Arno Kroll

Er war ein ganz Besonderer des Judo-Kampfsports, ein Trainer, bei dem jeder nicht nur das Schwitzen lernte. Er war ein unerbittlicher Judo-Lehrer mit Durchsetzungsvermögen und einer mit einem glücklichen Händchen. Darüber hinaus war "der Alte" ein Praktiker; einer mit Ideen, aber auch - obwohl er aus dem Brandenburgischen kam - ein pommerscher Querkopf allererster Güte. Und nicht zu vergessen: Unter bestimmten Umständen war mit ihm nicht gut Kirschen es­sen. Arno Kroll hat in Wolgast Geschichte geschrieben. Auf dem Neujahrsempfang der Stadt Wolgast Anfang Januar 2012 war er ausgezeichnet worden, sich in das Goldene Buch der Stadt Wolgast eintragen zu dürfen. Aus Krankheitsgründen konnte der Senior an diesem Festakt nicht teilnehmen. Im März desselben Jahres wurde es nachgeholt. Nicht im Rathaus, sondern im Sportforum, seinem zweiten Zuhause. Umgeben von dutzenden Pokalen, Medaillen, Fotos und Urkunden, die während seines fast 60-jährigen Wirkens für den Verein Motor Wolgast erkämpft wurden, setzte Arno Kroll seine Unterschrift. Nein, nicht im Anzug. Der damals 83-Jährige empfing Bürgermeister Stefan Weigler und Ratspräsidentin Brigitte Grugel im Kimono, der Kampfkluft der Judokas. Ein rot-weißer Gürtel, der 7. Dan, komplettierte sein Outfit.

Arno Krolls Wirken für den Wolgaster Sport ist außergewöhnlich. Er war 1956 Mitbegründer der Sektion Judo in der BSG Motor Wolgast, zudem Kampfrichter, Lehrwart, Präsidiumsmitglied des Deutschen Judoverbandes, Leiter der Graduierungskommission oder Mannschaftsleiter bei zahllosen Wettkämpfen. Und er war ein Trainerfuchs allererster Güte. Er war aber auch kein Feiner, wenn es galt, seine Kämpfer für große Wettkämpfe fit zu bekommen. Für seine Verdienste hat er zahlreiche Ehrungen erhalten. So wurde Arno Kroll 1999 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Viele Talente reiften unter seinen Händen zu geachteten Wettkämpfern. Sie errangen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen in der DDR, im Bezirk Rostock, im Land MV, in Deutschland und Europa Edelmetall. In den 57 Jahren seines Schaffens als Judo-Lehrer hat Arno Kroll über 2000 Kindern und Jugendlichen das Abc des Judokampfsports beigebracht. Aus seinen Schützlingen wurden Trainer, Sportlehrer oder geachtete Persönlichkeiten.

Trainer ist er bis zu seinem letzten Tag, am 30. Mai 2012, kurz vor seinem 84-jährigen Geburtstag, geblieben. Auch wenn ihm seinerzeit - körperlich gehandikapt - der Gang zum Sportforum sehr schwer fiel. Co-Trainer Manfred Schmidt und andere ehemalige Aktive, wie etwa Egon Burmeister, standen ihm damals dankenswerterweise auch als Freunde und Helfer bis zu seinem Tode zur Seite.

Arno Kroll bleibt fest im Gedächtnis der Wolgaster Judokas. Der Dojo im Sportforum wurde nach ihm benannt, auch ein Turnier, bei dem sich alljährlich Motor als Gastgeber präsentiert, trägt den Namen Arno Krolls.

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